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Zeit für eine Zwischenbilanz
Seit drei Jahren trifft sich die IG Velo Zug jährlich mit Veloverantwortlichen des Kantons und der Stadt Zug. Wir stossen auf offene Ohren - doch manches Problem bleibt ungelöst.
Die Pendenzenliste von Gefahrenzonen ist lang. Trotz guten Willens und vielen eigenen aktiven Bemühungen von Stefan Bürgler, Veloverantwortlicher beim Raumplanungsamt des Kantons Zug und Stefan Juch vom Mobilitätsmanagement der Stadt Zug kann definitiv (noch) nicht von einem Velo(steuer)paradies im Kanton Zug gesprochen werden. Insbesondere in Zug ist weder in Nord-Süd noch in Ost-West Richtung ein gefahrloses Queren der Stadt möglich. Statt eines klaren Konzepts existiert nur ein Flickwerk aus Notlösungen, die dem Velofahrenden aber nicht wirklich das Gefühl eines gleichberechtigten Verkehrsteilnehmers geben, wie es sich für das optimalste Stadtverkehrsmittel eigentlich gebührte. Die Gründe hierfür sind jedoch nicht nur in den beschränkten Platzverhältnissen zu suchen: Studien für Verbesserungen werden in Auftrag gegeben, können jedoch wegen Einsprachen oder politischen und neuerdings finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden.

Abb.1
Nur Kritik zu üben wäre jedoch fehl am Platz. Vor allem gibt es unzählige kleine Verbesserungsschritte, die - teilweise kaum wahrgenommen - sofort für selbstverständlich betrachtet werden. Insbesondere im Signalisationsbereich konnte beispielsweise mit den neu eingeführten roten Struktureinfärbungen ein erhebliches Plus an objektiver und subjektiver Sicherheit gewonnen werden. So wurde nach der Einfärbung des Radstreifens beim Postplatz und bei der Abzweigung Gotthard-/Dammstrasse auch der Abschnitt Alpenstrasse/Vorstadt (Abb. 1) entsprechend markiert. Ebenfalls erfreulich ist, dass mit dem Konzept der Kernfahrbahn den Velofahrenden mehr Raum zugestanden wird, z. B. auf der Industriestrasse in Zug. Als äusserst nützlich und hilfreich erweisen sich auch die neuen Warteinseln; so wurde aktuell dem lang gehegten Wunsch nach einer gesicherten Querung der Strasse bzw. Zugang zum Radweg eingangs Oberwil (Abb. 2) Rechnung getragen. Das Pendant auf der Höhe Kantonsspital steht leider noch aus.

Abb. 2
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In den Aussengemeinden konnten etliche Radweglücken teilweise geschlossen werden. Viel befahrene Strecken sollen zudem in Zukunft prioritär mit baulichen Massnahmen verbessert werden. Mit dem neu erstellten bergseitigen Fuss-/Radweg Richtung Talacher (Abb. 3) konnte schliesslich auch zwischen Berg und Tal eine massgebliche Erhöhung der Sicherheit für die Radfahrenden erreicht werden.
Abb. 3
Fazit Nicht nur bei Grossprojekten wie der Nordzufahrt sondern auch bei Kleinprojekten vergeht von der Planung bis zur Realisierung oft viel Zeit. Der ständige Kontakt der IG Velo Zug mit den zuständigen Stellen des Kantons und der Stadt Zug darf trotzdem als erfolgreich bezeichnet werden. Optimal wäre, wenn eine analoge Gesprächsrunde mit Veloverantwortlichen der Aussengemeinden durchgeführt werden könnte.
Wenn man dem Zitat von Regierungsrat Hans-Beat Uttinger in der Zuger Presse vom 10.11.04 Glauben schenkt, besteht berechtigte Hoffnung, dass den Radfahrenden im Kanton Zug in Zukunft mehr Beachtung zukommt. Gemäss TCS führt eine Entlastung des motorisierten Individualverkehrs für den Wirtschaftsstandort Zug offenbar zu Kosteneinsparungen von 54 Millionen Franken, weshalb der Baudirektor "in einem attraktiven Veloland Zug auch einen Standortvorteil sieht". Unter diesem Stern rückt das Velo(steuer)paradies Zug schon fast in Griffnähe…
Urs Ehrensperger
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