Mit dem Velo zur Schule, ist das für Jugendliche in der Stadt Zug noch attraktiv?
Sep 07:
Eine Frage, die die Vorstandsmitglieder der IG Velo Zug schon lange interessierte. Die Sek 1b des Oberstufenschulhauses Loreto in Zug hat sich diese Frage nun gestellt und unter allen Klassen des Oberstufenschulhauses eine Umfrage gestartet. Diese Umfrage haben die SchülerInnen ausgewertet und daneben haben sie sich selber noch Gedanken zum Thema gemacht.

leere Veloabstellplätze beim Loreto
Mit dem Velo zur Schule?
Mit dem Velo fahren machen nicht alle gern. Vor allem nicht mit einem Helm. Es wäre gesund für die SchülerInnen, aber wer kommt schon mit dem Velo zur Schule? Genau das wollte die Klasse S1b wissen.
Die Klasse S1b hat eine Umfrage gestartet. Sie haben gefragt, wer mit dem Velo kommt und warum oder warum nicht. Die Auswertung hat gezeigt, dass viele LoretoschülerInnen mit dem Velo kommen, noch mehr aber kommen mit dem Bus oder zu Fuss. Bei den 5 ausgesuchten Klassen kommen durchschnittlich 5.6 SchülerInnen (30%) mit dem Velo, der Rest mit dem Bus (60%) oder zu Fuss (10%). Das sind nur gerade 30%, wenn man bedenkt, dass die Distanzen gut mit dem Velo zurückgelegt werden könnten.
Meinungen aus der Klasse
Ich weiss, dass etwa 65% der SchülerInnen mit dem Bus zur Schule kommen, etwa 15% zu Fuss und etwa 20% mit dem Velo. Der Grund, dass nur so wenige mit dem Velo kommen, ist unter anderem die Tatsache, dass die Schule einen Teil an den Buspass zahlt. Der Hauptgrund ist jedoch die Bequemlichkeit! Zum Teil wird auch der weite Weg als Grund genannt und manchmal spielt das Wetter eine Rolle.
- Um die Schülerinnen und Schüler aufs Velo zu bringen, könnte die Schule z.B. den Beitrag an den Buspass streichen. So würden wahrscheinlich viel mehr mit dem Velo kommen. Ich komme pro Woche etwas viermal mit dem Velo, sonst zu Fuss, obwohl ich ca. 20 Minuten brauche. Mit dem Velo brauche ich weniger Zeit für den Schulweg als mit dem Bus.
- Wir finden, wenn es einen Bus gibt, der zur Schule rauffährt, warum nicht?
- Ich komme mit dem Bus, weil ich einen weiten und steilen Schulweg habe.
- Ich persönlich komme zu Fuss zur Schule, weil ich einen viel zu kurzen Schulweg habe.
- Ich komme immer mit dem Velo zur Schule, weil ich in Zug wohne und es unnötig finde, mit dem Bus zur Schule zu fahren. Es ist auch gesund, Sport zu machen. Wenn ich krank bin, bleibe ich zuhause oder gehe zu Fuss zur Schule. Es kann auch mal sein, dass meine Mutter oder mein Vater mich zur Schule bringen.
- Wenn es schlechtes Wetter ist oder im Winter gehe ich zu Fuss zur Schule. Aber wenn es Sommer ist und schönes Wetter gehe ich gerne mit dem Velo zur Schule, so bleibe ich fit und gesund!
- Die meisten sind zu faul oder haben keine Lust, mit dem Velo zu kommen. Das merkt man daran, dass am Nachmittag, genau um 13.45 Uhr, wenn der Bus Nr. 1 kommt, die Schüler auf den Pausenplatz stürmen.
- Ich komme mit dem Bus, weil ich einen Buspass habe und mit dem Fahrrad bloss gleich schnell wäre.
- Ich komme selbst etwa drei- oder viermal in der Woche mit dem Fahrrad. Mit dem Bus komme ich nicht so oft, da für mich keine direkte Verbindung besteht. Ich finde, dass man öfter mit dem Fahrrad kommen würde, wenn die Stadtschulen den Beitrag für den Buspass abschaffen würden.
Die SchülerInnen zählen also folgende Gründe auf, weshalb sie nicht das Fahrrad nehmen:
Der Bus ist bequemer
Das Busabo wird von der Stadt subventioniert
Man kommt schwitzend im Loreto an (=unangenehm)
Es gibt ungenügend sichere (abschliessbare) Veloabstellplätze
- Wetter (Schnee, Regen)
Es geht zu steil rauf ins Loreto
Der Schulweg ist zu weit oder zu kurz
Bericht der Sek. 1b aus dem Oberstufenschulhaus Loreto in Zug, in Zusammenarbeit mit Gabi Fürrer
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Sicht der IG Velo Zug

Die IG Velo Zug ist erstaunt, dass nur 30% der Schülerinnen und Schüler mit dem Fahrrad ins Loreto fahren, obwohl die Distanzen für das Velo ideal wären. Noch mehr erstaunt hat uns aber die wenige Anzahl von Jugendlichen, die zu Fuss gehen, und die gewaltige Anzahl von 60% der Busfahrenden. In der heutigen Zeit, da 20% aller Schulkinder übergewichtig sind, ist dies bedenklich. Mit der Verbilligung des Buspasses schafft die Stadt Zug nur Anreize dafür, dass die Kinder den Bus benützen. Astrid Estermann hat als Mitglied des Gemeinderates deshalb eine Motion mit der Forderung eingereicht, dass die Stadt Zug Gutscheine für Veloreparaturen in der gleichen Höhe wie die Buspassverbilligung an die Schülerinnen und Schüler abgibt. Ausserdem will die IG Velo mit dem Schulhaus Kontakt aufnehmen, um bessere Bedingungen und Sensibilisierung für das Fahrrad zu schaffen (sichere Veloabstellplätze, Umzieh- oder Duschmöglichkeiten, Unterrichtsthema usw.).
Die IG Velo Schweiz ist ausserdem am Aufbauen des Projektes „bike2school“ (in Anlehnung an das Projekt „biketowork“) und will damit mehr Schülerinnen und Schüler motivieren, mit den Velo zur Schule zu fahren.
Download:
Bericht der IG Velo Zug aus dem Velojournal
Nachtrag
Motion „Bike to school“ im Grossen Gemeinderat als nicht erheblich erklärt (Feb 08)
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